Antrag auf Planfeststellung der Landeshauptstadt Hannover und Stellungnahme der Kreisgruppe Region Hannover des BUND

Antrag auf Planfeststellung der Landeshauptstadt Hannover

Teil I Antrag / Antrag auf Planfeststellung nach § 119 NWG zum Ausbau eines Gewässers / Maßnahme: Hochwasserschutz in Hannover / Vorlandabgrabungen an der Ihme / Antragsteller: Landeshauptstadt Hannover / Der Oberbürgermeister – Fachbereich Tiefbau – / Rudolf-Hillebrecht-Platz 1 / 30159 Hannover / i.A. Kumm-Dahlmann – Leitender Baudirektor – / Planverfasser: Ingenieurgesellschaft / Heidt & Peters mbH / Sprengerstraße 38 c / 29223 Celle / Celle, den 18. Dezember 2009 / Frank Gries, Dipl.-Ing. (FH) / Antrag auf Planfeststellung / Hochwasserschutz in Hannover / Vorlandabgrabungen an der Ihme

Gesamtinhaltsverzeichnis / – Teile der Antragsunterlagen- / Teil I Antrag (diese Seite)

Teil II Erläuterungsbericht / Hydraulische Modellierung / Eigentümernachweis / Auswirkungen der Hochwasserschutzmaßnahmen auf die Grundwasserverhältnisse

Teil III Umweltverträglichkeitsstudie / Karte 1: Realnutzung und Biotoptypen / Karte 2: Biotoptypenausstattung des von verminderten Hochwasserereignissen betroffenen Raumes (HQ10-Bereiche) / Karte 3: Tiere und Pflanzen / Karte 4: Auentypische Biotope in dem von verminderten Hochwasserereignissen betroffenen Raum (HQ10-Bereich) / Karte 5: Raumwiderstand / Karte 6: Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere sowie Landschaftsbild Biotope (Lebensräume von Pflanzen und Tieren)

Teil IV Landschaftspflegerischer Begleitplan Landschaftspflegerischer Begleitplan / Karte 1.1: Bestands- und Konfliktplan / Karte 1.2: Bestands- und Konfliktplan / Karte 2: Legende

Teil V Sanierungsplan / Lage des Sanierungsplangebietes mit Eigentümerübersicht und Flächennutzung / Auswertung Altlastenkataster und Ergebnis der Historischen Recherche / Lageplan der durchgeführten Untersuchungen / Lageplan Bodenabtrag nördlich Benno-Ohnesorg-Brücke / Bewertung der Bodenproben im Sanierungsplanbereich / Auffüllungsmächtigkeiten nördlich Benno-Ohnesorg-Brücke / Auffüllungsmächtigkeiten südlich Benno-Ohnesorg-Brücke / Sanierungsvorgaben Neugestaltung Abtragsfläche / Hochwasserschutz an der Ihme Sanierungsplan Südbereich / SANIERUNGSPLAN Bodenabtrag Südbereich Arbeits- und Sicherheitsplan / Flächenbezogener Übersichtslageplan / Detailplan mit Darstellung der Kontaminationsverdächtiger Flächen / Gefahrenanalyse – Sammlung sicherheitsrelevanter Stoffdaten / Gefährdungsbeurteilung mit Schutzmaßnahmen

Stellungnahme der Kreisgruppe Region Hannover des BUND e. V. zum
Planfeststellungsverfahren Hochwasserschutz an der Ihme

Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren zur Verbesserung des Hochwasserschutzes
an der Ihme im Bereich der Benno-Ohnesorg-Brücke

Maßnahmen des Hochwasserschutzes können auch dem Naturschutz und der
biologischen Vielfalt dienen, wenn die Wasser nicht nur weitgehend schadlos abgeführt
werden sondern wenn diese auch zu Überschwemmungen in der Aue führen. Dadurch
können Altwässer und Nebenarme miteinander und mit dem Hauptstrom verbunden
werden, kurzfristig würde für den gesamten Flusslauf die ökologische Durchgängigkeit
hergestellt, das Grundwasser aufgefüllt, temporäre Auengewässer gebildet und durch die
erhöhte Fließdynamik entständen neue Lebensräume. So fordert § 31a WHG explizit,
dass oberirdische Gewässer so zu bewirtschaften sind, das sie so weit wie möglich
Hochwasser zurückhalten sollen. Damit wird der ökologischen Erkenntnis Rechnung
getragen, dass Hochwässer wichtige Bestandteile der Fließgewässerentwicklung sind und
für den Wasserhaushalt eine bedeutende Rolle spielen. Deswegen begrüßen wir
grundsätzlich alle Maßnahmen, die es ermöglichen dem Fluss mehr Flutraum in der Aue
zur Verfügung zu stellen, was hier in der rezenten Aue der Ihme/Leine auch geplant ist.
Das dies auch im dicht besiedelten Bereich einer Großstadt geschieht, erscheint als
besondere Leistung und steht im Kontrast zu vielen anderen
Hochwasserschutzmaßnahmen im Siedlungsbereich, die in der Regel durch höhere Deiche
und hohe Mauern in die Praxis umgesetzt werden.
Für die Vergrößerung des Flutraumes im Bereich der Benno-Ohnesorg-Brücke werden
jedoch leider ein Grünzug mit wertvollem alten einheimischen Baumbestand und eine
Parklandschaft radikal beseitigt. Dieser Bereich ist für die Naherholung des Stadtteils von
großer Bedeutung ist und prägt eindeutig das Stadtbild. Diese einschneidende Maßnahme
könnte evtl. toleriert werden, wenn mit den abgegrabenen Flächen ein
Überschwemmungsgebiet mit höherer oder mindestens gleicher ökologischer Bedeutung
wie vorher gewonnen würde. Nach der vorgelegten Planung dienen die zukünftigen
Flächen aber vor allem asphaltierten Radwegen und mit Beton modellierten monoton
wirkenden Terrassen, deren zukünftige Nutzung unbestimmt ist, weil sie auch nicht näher
definiert ist. Der nachgepflanzte junge Baumbestand ist in seiner Anzahl um ein Drittel
reduziert und mindert zudem -im Vergleich zum bisherigen Altbestand- seine Bedeutung
als Lebensraum für Fledermäuse, Vögel und Insekten um ein Vielfaches, da die Kronen
sehr klein sind und Habitate und ökologische Nischen für die derzeit dort lebende Fauna
fehlen. …

Hier weiterlesen:   BUND Stellungnahme

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Journal abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.