Reaktion auf die Veanstaltungen am 26.10., 27.10. und die Nichtzulassung einer Fragengruppe zum Thema Altlastensanierung

Als Reaktion auf die sogenannte Informationsveranstaltung der Stadt Hannover am 26.10. in der ÜSTRA-Remise, die Podiumsdiskussion mit Stadtbaurat Bodemann am 27.10. im Freizeitheim Linden-Limmer und die Nichtzulassung einer Fragengruppe zum Thema Altlastensanierung durch den Ratsherrn der Linken, Luc List, gibt die „Stadtteilinitiative gegen das Calenberger Loch“ wie folgt bekannt:

Auch auf Veranstaltungen dieser Woche blieb die Stadt bei ihrer Darstellung, die von ihr angedachte Lösung der Hochwasserproblematik wäre die einzig ganbare. Dies ist definitiv falsch!

In einem durch den hannoverschen Wasserbau-Professor Sieker dargestellten Verfahren würde bspw. ein Großteil der bei einem 100jährlichen Hochwasser auftretenden Menge im Erdreich versickern oder anderweitig genutzt. Die gesamte Dastellung seines in die Realität umgesetzten Forschungsprojektes findet sich unter:
hochwasserschutz-mulde.de

Fast ist es fahrlässig zu nennen, wie erneut von Seiten der Politik und Verwaltung mit Angstmacherei ein Projekt voran getrieben werden soll, dass keinerlei nennenswerte Entlastung bringt und einen reinen Placeboeffekt hat. Einzig und allein soll es nämlich nicht die Bevölkerung vor Hochwasser schützen, sondern die Stadt vor Regressforderungen. Frei nach dem Motto: „Wir haben unser Möglichstes getan, schade, dass es nicht gereicht hat.“ Denn wie aus den vorgestellten Planungsunterlagen ersichtlich, verringert sich die Hochwassergefahr bspw. im dann unter dem Calenberger Loch zu leidenden Bereich nur im niedrigen einstelligen Zentimeterbereich. Ebenso in dem mit vielen Befürwortern anwesenden Stadtteil Ricklingen! Wie dort dennoch so vehement für das geplante Vorgehen geworben wird, wie man so sehenden Auges tatsächlich in eine Katastrophe gehen kann, ist uns unbegreiflich!

Aber nicht nur deshalb wäre der Alternativvorschlag zu überdenken, er ist zudem auch nachhaltiger und kostengünstiger, ein in den Zeiten knapper Kassen nicht außer Acht zu lassender Punkt, der auch an anderer Stelle eine Rolle spielt.

Denn wir haben ja noch das Problem der Altlastensanierung aus den Hinterlassenschaften eines ehemaligen Gaswerkes. Hier möchte die Stadt vor Abschluss des Planfeststellungsverfahrens zum Großprojekt Hochwasserschutz schon einmal 1,7 Hektar Fläche mit einem Volumen von 50.000 Kubikmeter Erde und einem Bestand von über 100 Bäumen aufreißen und Abgrabungen auf bis zu 8 Meter Tiefe vornehmen. Obwohl zur effektiven Altlastensanierung nur ein Bruchteil dieser Arbeiten nötig wäre und wie zugegeben wurde, keine Notwendigkeit zur sofortigen Sanierung besteht, sollen hier mit Bagger und Säge Tatsachen geschaffen werden – noch in diesem Herbst!

Und das, obwohl man sich offensichtlich darüber im Klaren ist, dass die juristische Auseinandersetzung mit dem Planfeststellungsverfahren mehrere Jahre dauer kann. Und durchaus zugibt, dass am Ende ggf. eine Wiederherstellung des gegenwärtigen Zustandes nötig würde. Doch wie will man das eigentlich machen bei einer so großen Anzahl von bis zu 70 Jahre alten Bäumen, von den Kosten dafür ganz zu schweigen?!

So wie es aussieht, ist die Verwaltung zu keinerlei Kompromiss bereit, was für uns bedeutet, nun endlich juristische Mittel einsetzen zu müssen…

Cordula und Thomas für die BI gegen das Calenberger Loch


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