Ein Dank an die Verwaltung! Endlich die Wahrheit! Weiter so!

Seit Montag ist es also offiziell – die Altlastensanierung am Gaswerk an der Ihme ist eine Maßnahme im Rahmen der umstrittenen Hochwasserschutzplanungen.

Mit der Installation eines Baustellenschildes am Eingang zur Sanierungsfläche an der Leinertbrücke wurde deutlich, dass die im Vorfeld immer wieder von Seiten der Verwaltung aufgestellte Behauptung, die Altlastensanierung sei unabhängig von den Hochwasserschutzplanungen zu sehen, definitiv eine stets wiederholte Lüge war. Denn der Text verrät: „Hochwasserschutz – Hier baut die Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Tiefbau, im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen Ihme / November 2010 bis Juni 2011 Altlastensanierung Gaswerk H.-Glocksee“

Im Prinzip ist diese Erkenntnis ja nicht neu. Neu ist das öffentliche Eingestehen des tatsächlichen Bezugs. Denn bereits am 16.11., zu Beginn der Rodungsarbeiten, haben wir darauf hingewiesen, dass die Stadt Hannover schon in den Ausschreibungsunterlagen zur Altlastensanierung diesen Zusammenhang hergestellt hat. Ganz abgesehen davon, dass es im Planfestellungsverfahren zum Hochwasserschutz verschiedenste Bezüge zu dieser Fläche gibt. An erster Stelle ist da der Bestand der 75 Bäume und 31 Großgehölze zu nennen, der wegen der Maßnahmen zur Altlastensanierung gefällt wurde und der in den Berechnungen der Ausgleichsmaßnahmen Hochwasserschutz eingerechnet ist.

Somit stellt sich einmal mehr die Frage: Hätte nicht auch dieser Teil der Arbeiten Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens Hochwasserschutz sein müssen? Und verstößt die Stadt somit nicht doch gegen geltende Gesetze? Denn die Beweise verdichten sich, dass Stadt und Region sich das Recht so hinbiegen, wie sie es gerade brauchen.

So ist darauf hinzuweisen, dass das Genehmigungsverfahren zur Altlastensanierung eine Vielzahl von Lageplänen und Dokumenten zu Tage gefördert hat, die die Aussage der Stadt, erst im Rahmen der Planungen für den Hochwasserschutz von den Altlasten auf dem ehemaligen Gaswerksgelände erfahren zu haben, äußerst fraglich erscheinen lässt. Hier sind Parallelen zur aktuellen Diskussion um die Altlastensanierung auf dem ehemaligen Riedel-de-Haen-Gelände in der List gegeben. Wieviel bekannte Altlasten verschweigt die Stadt der Öffentlichkeit wohl noch?

Thomas Ganskow
SBiCaLo

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