Nach wie vor großes Unverständnis

Regen Zuspruch fand die gestrige Veranstaltung zum 1. Jahrestag der Baumfällungen am „Kahlenberger Loch“. Einer großen Anzahl von Passanten und Radfahreren konnten die wahren Hintergründe der Abholzungen klargemacht werden. Denn die vorgenommene teilweise Altlastensanierung war ja nur der Deckmantel für den sog. Hochwasserschutz.

Auch die eisige Kälte konnte nicht abschrecken. „Wenn die Stadt glaubt, dass bei den angekündigten Fällungen im Januar weniger Wiederstand zu erwarten ist als vor Jahresfrist, kann Sie sich dabei wohl kaum auf die Temperaturen verlassen.“ sagt Sprecher Thomas Ganskow.

Vielfach unbekannt war dieser Umstand. Bis zu weiteren 239 Bäumen auf der Strecke zwischen dem  kahlen Gelände bis nahezu dem Krankenhaus Siloah sollen ab Jahresanfang 2012 fallen. Und das Gelände selbst um bis zu 4 Meter tiefer gelegt werden. Insbesondere den Radlern war vielfach nicht klar, dass sie die gerade erst wieder freigegebene beliebte Radwegeverbindung entlang der Ihme schon bald wieder verlieren werden. Wenn es denn nach den Planungen der Stadt geht. Prinzipiell bemängelt wurde in diesem Zusammenhang die ungenügende Informationspolitik der Stadt. „Wenn die was wollen, schmeißen Sie die Infos in den Briefkasten. Aber wirklich wichtige Sachen behalten die für sich!“ war nur einer der erbosten Kommentare.

Erschüttert zeigten sich viele über den Zustand der Fläche. Auch die Sinnhaftigkeit des Ausstreuens von Grassamen, der nach Beobachtung aktuell vornehmlich als Vogelfutter dient, und der angekündigten Setzung von neuen Bäumchen im Dezember wurde durchgängig angezweifelt und als nicht ausreichend bewertet. Mehrere Male war der Begriff „Steuerverschwendung“ zu hören. Und zwar nicht nur in Zusammenhang mit den genannten Begrünungsversuchen, auch die geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz wurden vielfach unflexibel, wenig zielführend, naturzerstörerisch und unnötig teuer genannt. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere Forderung nach der Umsetzung moderner Versionen des mobilen Hochwasserschutzes.

Vielfach wurde auch gefragt, was man selber tun könne, um den Naturfrevel doch noch zu verhindern oder zumindest abzuschwächen. Daher hier noch ein paar Tipps, was jeder Einzelne tun kann: Wenn es um die Gestaltung geht, ist Frau van Schwartzenberg, Fachbereichsleiterin Umwelt und Stadtgrün (Karin.vanSchwartzenberg@Hannover-Stadt.de), die richtige Instanz. Jede Mitteilung an diese Adresse macht deutlich, dass die Mehrheit der Anwohner und Nutzer des Parks mit dem geplanten Zustand des Gesamtgeländes eben nicht einverstanden ist, wie es gerne von OB Weil dargestellt wird. Auch die Teilnahme an Fragestunden im Bau- und/oder Umweltausschuss kann dazu beitragen. Ob aktiv mit eigenen Fragen oder passiv mit dem Anhören der vielfach ausflüchteartigen Antworten der Verwaltung.

Wir weisen bei dieser Gelegenheit darauf hin, dass wir alle relevanten Termine unter http://www.calenbergerloch.wordpress.com veröffentlichen. Dort findet man auch weitere aktuelle Informationen wie man sich noch beteiligen kann.

Th. Ganskow
SBiCaLo
http://www.calenbergerloch.wordpress.com
calenberger.loch@gmx.de
0179-5565131
0511-455714

1. Jahrestag der Baumfällungen am "Kahlenberger Loch"

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