War die Überschwemmung vermeidbar?

In der gestrigen Sitzung des Bezirksrats Linden-Limmer wurde in der Bürgerfragestunde die Verwaltung um Informationen hinsichtlich der Befüllung des Hochwasserückhaltebeckens in Salzderhelden in der Zeit unmittelbar vor und während des erhöhten Wasserstands an der Ihme gebeten. Der vor Ort anwesende Vertreter der Verwaltung, Herr Wescher, antwortete ausweichend mit dem Verweis darauf, dass die o.g. Anlage niemals ausreichend wäre, ein HQ100 abzuwehren. Das ist unbestritten, war aber nicht die Antwort auf die Frage.

Denn nach Informationen des für den Betrieb in Salzderhelden zuständigen NLWKN war das Becken seit Beginn des Jahres zu maximal 11% (4,1 Mio. m³) befüllt! Dies legt den Verdacht nahe, dass ein gewisser Teil des Hochwassers der vergangenen Tage hätte abgefangen werden können, wäre das Rückhaltevolumen auch nur um das 2- oder 3-fache erhöht gewesen. Auch dann wäre noch genügend Kapazität vorhanden gewesen, um kurzfristig auftretende Wassermassen aus dem Harz auffangen zu können.

Zwar ist nicht auszuschließen, dass die zum Wasseranstieg führenden Regenfälle der jüngeren Vergangenheit zum Großteil unterhalb des Einzugsgebietes von Salzderhelden eingetreten sind. Aber der Verdacht liegt nahe, dass die Hannover erreichende Wassermenge absichtlich so gesteuert wurde, dass sie gerade mal die Randbereiche des ersten Teilabschnitts der Abgrabungen an der Ihme überschwemmt haben. Alles, um die Notwendigkeit des Calenberger Lochs zu rechtfertigen. Denn was meinte Herr Wescher gestern Abend so treffend: „Vielleicht haben die Bewohner der Calenberger Neustadt jetzt mal einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen, was sie bei einem HQ100 zu erwarten haben!“ Darauf kann sich jetzt jeder selber einen Reim machen…

Thomas Ganskow
SBiCaLo
www.calenbergerloch.wordpress.com
calenberger.loch@gmx.de
0179-5565131

 

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