BI fordert Rücktritt von Stadtbaurat Bodemann

In der gestrigen Sitzung des Stadtentwicklungs- und Bauausschuss forderte die SBiCaLo den Rücktritt von Stadtbaurat Bodemann.

Wir erinnern uns: In der Sitzung des gleichen Ausschusses von vor 4 Wochen sicherte Herr Bodemann Vertretern der SBiCaLo zu, die im Rahmen der anstehenden Baumfällungen an der Ihme notwendigen Absperrmaßnahmen „rechtzeitig“ zu veröffentlichen.

Am letzten Dienstag, dem 07.02., konnte man als Nutzer der Ida-Ahrenhold-Brücke und der Wegeverbindung entlang der Ihme feststellen, was eine derartige Zusage Wert ist! Denn obwohl die Absperrungen der genannten Bereiche bereits ab ca. 4:30 Uhr vorgenommen wurden, sind erst ab 6:00 Uhr entsprechende Hinweisschilder aufgestellt und Informationen für Nutzer verteilt worden. Wer in diesem Zusammenhang von Rechtzeitigkeit spricht, kennt offenbar die Definition dieses Begriffes aus dem Duden nicht. Die sagt u.a. aus, dass „früh genug“ als Synonym zu setzen ist. In diesem Fall also „früh genug“, dass man die Behinderung seines Weges in die Tagesplanung aufnehmen kann. Sicher nicht erst dann, wenn man auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit oder Ausbildung plötzlich und unerwartet vor einem Zaun steht, der einem den Weg versperrt. Sondern mindestens einen Tag vorher, sodass zumindest die regelmäßigen Nutzer im Bilde sind.

Nun mag es so sein, dass Herr Bodemann sogar diese Definition des Begriffes im Kopf hatte, als er die genannte Zusage machte. Allein, es war nie seine Absicht, auch so zu handeln. Denn aus einer am frühen Morgen des 07.02. durch den Pressesprecher der Stadt Hannover, Herrn Möser, gemachten Äußerung lässt sich eindeutig erkennen, dass die Verwaltung aus Angst davor, ähnliche Baumbesetzungen wie am 16.11.10 zu erleben, nie an eine Veröffentlichung des Fälltermins vor der Aufstellung der Absperrungen dachte. Somit ist die Zusage des Herrn Bodemann eine glatte und vorsätzliche Lüge gegenüber Bürgern und Politik gewesen.

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht“, sagt ein bekanntes Sprichwort. Das gilt für die Vertreter von Politik und Verwaltung gegenwärtig noch mehr, als je zuvor. Und wenn von vielen Menschen hinsichtlich seiner großzügigen Auslegung der Wahrheit von einem Bundespräsiden Konsequenzen gefordert werden, muss dies für die viel bürgernäheren Vertreter der städtischen Verwaltung erst recht gelten. Denn wer soll jetzt noch auch nur einer einzigen Aussage des Herrn Bodemann glauben, wenn es um die Durchsetzung der Planungen der Verwaltung geht? Schon im ganzen Verfahren um den Hochwasserschutz an der Ihme glänzte er durch Halbwahrheiten, jetzt war das Maß voll.

Erwartungsgemäß sah Herr Bodemann die Situation anders. Vehement lehnte er einen Rücktritt mit der Begründung ab, dass er als in sein Amt berufener Vertreter der Verwaltung gar nicht zurücktreten könne. Und hielt auch seine Definition der Rechtzeitigkeit aufrecht. Wem das politische Feingefühl für die Tragweite dieser Entscheidung fehlt, kann allerdings kein Vertreter einer bürgernahen Verwaltung sein. Bleibt zu hoffen, dass OB Weil wenigstens die Größe hat, sich von seinem Baurat zu trennen. Davon auszugehen ist jedoch nicht.

Einen Ortstermin soll es zu weiterhin gestellten Fragen der Sicherung des verbliebenen Baumbestandes und der Notwendigkeit der Fällung einzelner Bäume geben. Denn auch hier hat die Verwaltung bestenfalls mit Halbwahrheiten gearbeitet. Genauso wie bei der Behauptung, es gäbe keine innerstädtischen Ausgleichsflächen größeren Ausmaßes. Der zur Bebauung anstehende rund 5.300 m² große Parkplatz an der Gustav-Adolf-Str. beweist das Gegenteil. Man darf eben nicht alle freien Plätze zubauen, nur weil das die natürliche Aufgabe eines Baurats ist.

Thomas Ganskow
SBiCaLo
www.calenbergerloch.wordpress.com
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