HAZ v. 23.02.12 Amt für „StattGrün“

Amt für „StattGrün“
Zum Artikel „Zweiter Teil des großen Kahlschlags“ (am Ihme-Ufer) vom 16. Februar: 

Bezüglich der Anzahl der Ersatzbäume muss endlich mal Klartext geredet werden. Tatsache ist, dass vor Ort auf einer Länge von über einem Kilometer lediglich 155 heimische Bäumchen mit dem Stammumfang eines besseren Besenstiels (20 Zentimeter) gepflanzt werden sollen. Zusätzlich 35 ökologisch fragwürdige „Gestaltungsbäume“, die nicht als Ausgleich gelten. Also 155 Bäumchen, die sich auf der riesigen Fläche, wo vorher über 300 Großbäume und Büsche standen, völlig verlieren werden. Den Menschen an der Ihme nutzen die Anpflanzungen woanders überhaupt nichts. Sie wurden ihrer grünen Lunge beraubt und der Lebensqualität, die die großen, alten Bäume geschenkt haben. Hier muss das Amt für „Umwelt und StattGrün“ dringend nachlegen und jede Möglichkeit der Pflanzung vor Ort ausnutzen, damit ein halbwegs gerechter Ausgleich für Mensch und Tier im Abgrabungsgebiet erfolgt.

Immer wieder vorgeschobene hydraulische Notwendigkeiten und linealgerade Wegeführung dürfen nicht länger die Ausrede für Fantasielosigkeit und Willen für eine ökologischere, grünere Gestaltung sein. Genau wie die Expo-Parks sollte der zukünftige Ihme Park zum Prestigeobjekt und zur Chefsache werden, um Hannover als „Stadt im Grünen“ halbwegs diesen Beinamen zu retten. Die jetzigen Pläne tun dies absolut nicht. Ein erster Vorschlag dazu wäre, die zwar pflegeleichten und robusten, aber hier fremden Gestaltungs-Tulpenbäume durch Linden zu ersetzen.

Calenberger Neustadt
Cordula Lüdtke-Eichhorn

HAZ v. 23.02.12, Stadt-Anzeiger West, S. 2, Leserbrief

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Journal veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.