HAZ vom 03.05.2012 – Wieder Geruch beim Graben

Wieder Geruch beim Graben am Ihme-Ufer – „Kein Chemieproblem“

Seit dem Start der neuerlichen Hochwasserschutz-Grabungen am Ostufer der Ihme nehmen Anwohner erneut Geruchsbelästigungen wahr. Nach Auskunft der Stadt handelt es sich diesmal aber nicht um Altlasten wie im Glocksee-Bereich, wo zuvor alte Teerölbecken im Untergrund beseitigt werden mussten.
Von „olfaktorischen Belastungen in den letzten Tagen“ berichtete Thomas Ganskow, Sprecher der „Bürgerinitiative gegen das Calenberger Loch“, gestern im Bauausschuss. Die Initiative richtet sich gegen die Abgrabungen, sie hält andere Arten des Hochwasserschutzes für sinnvoller. Ganskow bat um Auskunft, ob die Stadt „hundertprozentig sicher“ sei, dass der Geruch kein Indiz für Gefahren im Untergrund sei. Der für den Hochwasserschutz zuständige Bereichsleiter der Verwaltung, Jens Pohl, konnte das zusichern. „Auch uns ist aufgefallen, dass Gerüche wahrzunehmen sind“ sagte Pohl. Es handele sich aber nur um das Produkt organischer Verwesungsprozesse im Erdreich. Der gesammelte Aushub werde auf Halden gelagert und regelmäßig beprobt, sodass keine Gefahr für Anwohner bestehe.
Ganskow wollte zudem wissen, ob sich die Stadt gegen wirtschaftliche Probleme der mit den Grabungen beauftragten Firma Bunte abgesichert habe – die Firma hat derzeit Schwierigkeiten beim Bau des Tiefseehafens Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven. Baudezernent Uwe Bodemann erwiderte, Bunte habe das für die Stadt wirtschaftlichste Angebot abgegeben, an der Zuverlässigkeit bestehe kein Zweifel. Einsicht in Verträge aber, wie die Initiative forderte, könne die Stadt nicht gewähren.

Conrad von Meding
HAZ  v. 03.05., S. 18

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